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                                       Wildkatzen

Geschichten

1

Drei Männer verbrachten einen Erlebnisurlaub in den Rocky Mountains. Es war ein schöner Frühling, der Schnee war am Schmelzen. Die Männer wanderten mit ihren automatischen Gewehren und einer Meute Hunde in die Wildnis. Als die Hunde die Fährte eines Pumas aufnahmen, ließen sie sie los. Bald war nur noch ihr Gekläff zu hören. Nach zwei Stunden hatten die Männer die Hunde eingeholt. Sie sprangen an einem Baum hoch, auf dem sich der Puma zurückgezogen hatte - ein Weibchen, das Essen für ihre beiden Kinder holen wollte. Alle drei legten ihre Gewehre an und schossen fast zwei Minuten ununterbrochen auf die Katze, bis sie herabfiel.

Sie fuhren mit ihrem Geländewagen eine abschüssige Straße entlang. Die Hunde hatten sie beim Jagdaufseher zurücklassen müssen, weil ihre Beute soviel Platz einnahm. Es wurde schon etwas dunkel. Plötzlich stürzte ein Hirsch von rechts aus einem Gebüsch und kam unmittelbar vor ihnen zum Stehen. Der Fahrer konnte nicht mehr bremsen, es gab einen dumpfen Schlag, und der Wagen wurde nach links zur Seite geschleudert. Da die Straße am Hang lag, stürzte das Fahrzeug in die Tiefe. Es gab einen Höllenlärm. Unten traf es auf einen Felsbrocken auf und explodierte.

Puma «Danke!» sagte der Geist der Pumafrau. «Aber hätten die nicht etwas qualvoller enden können, so wie die mich hingerichtet haben?»

«Das kannst du ja noch nachholen,» erwiderte der Geist der Hirschkuh, die, alt und krank, dem Puma geholfen hatte.

«Ich muß erst meine Cousine bitten, sich um meine beiden Kleinen zu kümmern, dann sind die da dran,» sprach die Pumafrau und entfernte sich.

 

Geschichte 2


Wildkatzen

© 1996 - 20011 Anna Boedeker & Sarah Whiteknife-Frazier